Gut für die Umwelt, gut für das eigene Portemonnaie und ein Beitrag, um die Energiewende voranzubringen: Es gibt viele Gründe, um Energie zu sparen. Wie das am besten geht, zeigen unsere Tipps.
4 Minuten Lesedauer | 30.03.2023
Inhalt
Auf einen Blick: Energie sparen
Energie zu sparen, lohnt sich für die Umwelt und das eigene Portemonnaie
Smarte Automationen reduzieren den Verbrauch von selbst
Verbreiteten Energiespar-Mythen nicht auf den Leim gehen
Warum sollte man Energie sparen?
Man sollte Energie sparen, um Ressourcen effizient zu nutzen, die Umwelt zu schonen und Geld zu sparen. Der Verbrauch lässt sich zum Beispiel mithilfe von Smart-Home-Geräten reduzieren, aber auch durch den Austausch von stromfressenden Geräten.
Wer eigene Energie produziert – beispielsweise mit einer Photovoltaik-Anlage – reduziert damit den Energiebedarf aus dem allgemeinen Stromnetz.
Warum ist Stromsparen gut für die Umwelt?
Stromsparen ist gut für die Umwelt, weil elektrische Energie noch immer zu großen Teilen aus fossilen und klimaschädlichen Energieträgern gewonnen wird. Diese setzen bei der Umwandlung CO2 frei. Diese Emissionen belasten Lebensräume von Mensch und Tier.
Welche Geräte sind die größten Stromfresser?
Zu den größten Stromfressern im Haushalt zählen Geräte wie Elektroherd, Waschmaschine, Trockner, Kühl- und Gefrierschrank und Geschirrspüler. Ältere Modelle verbrauchen besonders viel Strom.
Es ist deshalb häufig sinnvoll, den Stromverbrauch zu messen und alte Geräte gegen moderne und energieeffiziente Modelle zu ersetzen.
Welche Geräte im Haushalt sind heimliche Stromfresser?
Heimliche Stromfresser sind Geräte, von denen man zunächst nicht glaubt, dass sie viel Strom verbrauchen. Drucker, Computer, Boiler und Heizumwälzpumpen gehören häufig dazu.
Welche Geräte ziehen Strom, obwohl sie ausgeschaltet sind?
Alle Geräte mit Standby-Modus ziehen Strom, obwohl sie ausgeschaltet sind. Darüber hinaus verbrauchen auch Handy-Netzteile Strom, wenn sie eingesteckt sind.
Außerdem erkennst du zum Beispiel an einer angezeigten Digitaluhr, dass ein Gerät Strom zieht, obwohl es ausgeschaltet ist. Beispiele dafür sind das Küchenradio, der Backofen oder die Mikrowelle.
Was zieht nachts Strom?
Nachts ziehen alle Geräte Strom, die nicht ausgeschaltet oder vom Stromnetz getrennt sind. Um Energie zu sparen, kannst du alle Geräte, die nachts nicht laufen müssen, mithilfe von WLAN-Steckdosen automatisch abschalten, wenn du ins Bett gehst.
Dazu zählen zum Beispiel Mikrowelle, Kaffeemaschine, Toaster, Wasserkocher, Fernseher (außer OLED-Modelle), Soundbar, Spielekonsole, Computer und Drucker.
Energie sparen im Haushalt
Heizenergie wird insbesondere in der kalten Jahreszeit benötigt. Wie kann man Energie sparen, ohne dass man frieren muss? Mit den folgenden 6 Tipps gelingt es im Alltag, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
Richtig lüften
Wenn du richtig lüftest, kannst du viel Heizkosten einsparen. Anstatt ein Fenster „auf Kipp“ zu lassen und längere Zeit zu lüften, öffnest du es besser komplett und nur für wenige Minuten, bis die Raumluft ausgetauscht ist. So kühlen Wände und Möbel nicht aus. Heizkörper während des Lüftens herunterdrehen oder die smarte Variante nutzen: Tür-/Fensterkontakt und smartes Thermostat verwenden, das sich beim Öffnen des Fensters automatisch herunterregelt.
Heizkörper entlüften
In regelmäßigen Abständen, mindestens aber vor Beginn der Heizperiode, solltest du deine Heizkörper entlüften. So ist sichergestellt, dass das warme Heizwasser in allen Räumen ankommt und dein Zuhause effizient auf Wunschtemperatur heizen kann. Sammelt sich hingegen Luft im Heizkreis, dann arbeitet die Heizung und verbraucht dabei Energie, doch kann die Wärme nicht in deine Räume transportieren.
Rollläden schließen
Rollläden sind ideal geeignet, um in Haus und Wohnung Energie zu sparen. Aus energetischer Sicht schützen Rollläden nämlich Fenster vor kalten Wintertemperaturen und darüber hinaus entweicht weniger Wärme nach außen. Dadurch sinkt die Heizlast und du sparst Energie im Haushalt.
Raumtemperatur senken
Um im Alltag viel Energie zu sparen, kannst du die Raumtemperatur senken. Jedes Grad Celsius weniger reduziert den Energieverbrauch um durchschnittlich sechs Prozent, und damit die Energiekosten. Wenn tagsüber alle zur Arbeit gehen und in der Schule sind, können die Heizkörper heruntergeregelt werden. Vollautomatisch gelingt das mit smarten Thermostaten, die nach Zeitplan immer nur dann heizen, wenn du die Wärme auch benötigst.
Hydraulischen Abgleich durchführen
Um deine Heizung exakt auf die Besonderheiten deines Zuhauses abzustimmen, ist ein hydraulischer Abgleich empfehlenswert. Dieser wird von Fachleuten durchgeführt und steigert die Effizienz deiner Heizung. Das hilft auch dabei, Energie zu sparen, denn du erreichst dieselbe Wunschtemperatur nach einem hydraulischen Abgleich mit dem geringsten Energieverbrauch.
Warmwasserverbrauch senken
Je weniger warmes Wasser du verbrauchst, desto weniger Heizaufwand ist dafür nötig und desto mehr Energie sparst du. Verwende zum Beispiel einen Sparduschkopf und wasche dir die Hände nur mit kaltem Wasser. Lasse deine Heizung das Warmwasser außerdem nur so hoch wie nötig erhitzen. Reduziere die Temperatur und erhöhe sie bei Bedarf.
Strom sparen zu Hause
Viel Potenzial, um Energie zu sparen, bieten elektrische Geräte. Wer den eigenen Stromverbrauch senken und Energiekosten sparen möchte, macht mit den folgenden Tipps zum Stromsparen alles richtig. Wir zeigen, wo hier große Einsparpotenziale liegen.
Strom sparen mit Waschmaschine und Geschirrspüler
Waschmaschine, Kühlschrank, Herd, Trockner, Geschirrspüler, Gefrierschrank und Co. verbrauchen enorm viel Strom. Deshalb bietet die sogenannte weiße Ware auch viel Potenzial, um Energie zu sparen. Achte darauf, Waschmaschine und Geschirrspüler nur dann einzuschalten, wenn du sie vollständig gefüllt hast, und verwende möglichst das Eco-Programm. Das braucht zwar länger, verbraucht aber weniger Strom.
Trockner nur wenig nutzen
Verzichte möglichst komplett auf den Trockner und lasse deine Wäsche an der frischen Luft trocknen. Sollte sich der Einsatz des Trockners nicht vermeiden lassen, wähle eine Trocknungsstufe, die gerade so weit trocknet, wie du es benötigst.
Bügelwäsche muss zum Beispiel nicht schranktrocken aus dem Trockner kommen. Durchschnittlich verbraucht ein Trockner ungefähr 3,5 Kilowattstunden Strom. Wer den Trockner statt wöchentlich nur alle 14 Tage verwendet, spart pro Jahr 91 Kilowattstunden Strom.
Energiespartipps für den Backofen
Backen mit Umluft statt Ober-/Unterhitze geht nicht nur schneller, sondern backt auch gleichmäßiger und braucht für dasselbe Ergebnis eine geringere Temperatur. So lassen sich bei einmal Backen in der Woche pro Jahr rund 18 Euro sowie 31 Kilogramm CO2 sparen.
LED-Beleuchtung statt Glühlampen
Schon seit einigen Jahren werden keine klassischen Glühlampen mehr verkauft. Wechsle deshalb am besten direkt zur LED-Beleuchtung. Diese verbraucht nämlich am wenigsten Strom – noch weniger als die sogenannten Energiesparlampen. Smarte LED-Lampen lassen sich automatisieren, von unterwegs steuern und sogar als Anwesenheitssimulation nutzen. Das spart nicht nur Energie, sondern sorgt gleichzeitig auch für mehr Komfort und Sicherheit im eigenen Zuhause.
Stromverbrauch bewusst machen
Hast du ein Gefühl dafür, wie viel Strom deine einzelnen Geräte verbrauchen? Wir geben dir einen Überblick und verraten, wie du den Stromverbrauch abschätzen und reduzieren kannst. Folgende Beispiele geben Aufschluss über häufig genutzte Geräte:
Wie viel Strom verbraucht eine Stunde Konsolen-Gaming?
Der Stromverbrauch aktueller Konsolen ist stark von der Konsole selbst abhängig. So verbrauchen PS5 und Xbox Series X mit rund 200 Watt bzw. 0,2 Kilowattstunden (je nach Spiel) am meisten, während die Xbox Series S rund 100 Watt und die Switch 2 im TV-Betrieb nur ca. 19 Watt benötigen. Hinzu kommt der Stromverbrauch des Monitors oder Fernsehers, an den die Konsole angeschlossen ist. Beim Streamen von Videos werden um die 50 Watt verbraucht – auch hier abhängig davon, welche Konsole du verwendest.
Wie hoch ist der Stromverbrauch eines Laptops mit einem zusätzlichen Monitor an einem 8-h-Arbeitstag?
Wie hoch der Stromverbrauch eines Laptops ist, hängt von den Komponenten ab. Je mehr Leistung diese haben, desto mehr Strom wird benötigt. Typischerweise verbraucht ein Laptop rund 25 Watt im Office-Betrieb. Ein zweiter Monitor verbraucht zusätzlich rund 20 Watt. Das ergibt etwa 45 Watt Stromverbrauch. An einem Arbeitstag mit acht Stunden liegt der Stromverbrauch eines Laptops also näherungsweise bei 0,36 Kilowattstunden. Dabei spielt es für den reinen Stromverbrauch keine Rolle, ob du das Gerät mit Netzteil oder im Akkubetrieb verwendest.
Wie viel Strom verbraucht es, einen Teller bei 500 Watt in der Mikrowelle zu erwärmen?
Wer eine Mahlzeit für fünf Minuten in der Mikrowelle bei 500 Watt erwärmt, verbraucht dabei etwa 0,04 Kilowattstunden Strom. Im Gegensatz zum klassischen E-Herd lässt sich deshalb beim Erwärmen von Speisen viel Energie sparen.
Wie viel Strom verbraucht eine Heizumwälzpumpe an einem kalten Wintertag?
Moderne Heizumwälzpumpen verbrauchen deutlich weniger Strom als ältere Modelle. Zum Vergleich: Während Pumpen aus den 1980er Jahren 140 Watt verbrauchen, kommen hochmoderne Pumpen mit nur 7 Watt aus. An einem kalten Wintertag ohne Nachtabschaltung liegt der Stromverbrauch einer Umwälzpumpe also zwischen 0,168 (moderne Pumpe) und 3,36 Kilowattstunden (alte Pumpe).
Wie viel Energie frisst eine Spülmaschine pro Waschgang?
Je nach Alter, Modell und Programm verbraucht eine Spülmaschine unterschiedlich viel Strom. Die Spanne liegt zwischen 0,6 und 1,45 Kilowattstunden. Mit der Spülmaschine lässt sich Energie sparen, indem du möglichst oft den Eco-Modus verwendest. Dabei wird nicht nur weniger Strom verbraucht, sondern auch weniger Wasser.
Was kostet 1x Handyaufladen an Strom?
Bei einem Handy-Akku mit einer elektrischen Ladung von 4.000 Milliamperestunden bei 3,85 Volt ergibt sich eine Energie von 0,154 Kilowattstunden, wenn du dein Handy von 0 auf 100 Prozent auflädst. Das ist jedoch auf Dauer nicht gut. Besser ist es, den Handy-Akku richtig zu laden.
Energie sparen dank Smart Home
Mit wenigen Kniffen lässt sich viel Energie sparen. Smart-Home-Technologie hilft dabei. Wie das genau funktioniert, zeigen wir an sechs Beispielen.
Standby-Verbrauch vermeiden
Von HiFi-Ecke bis Homeoffice finden sich in jedem Haushalt schnell viele Geräte, die im Standby Strom verbrauchen. Cleverer als Stecker zu ziehen, sind WLAN-Steckdosen. Diese kannst du nämlich per Handy und Sprachassistenten steuern und auch in Automationen einbinden. So bekommen deine Geräte nur dann Strom, wenn du sie auch aktiv nutzt – und du sparst mit Smart Home Strom.
Stromverbrauch messen
Smarte Steckdosen mit Stromverbrauchsmessung helfen dabei, den Überblick über den Verbrauch zu behalten. So identifizierst du Stromfresser schon nach wenigen Tagen und kannst Maßnahmen ergreifen, um Energie zu sparen.
Nachts alles ausschalten
Mithilfe von Automationen, zum Beispiel einer Gute-Nacht-Szene, kannst du alle Verbraucher auf einmal ausschalten und die Stromversorgung unterbrechen. Das ist nicht nur komfortabel, sondern sorgt auch dafür, dass du in jeder Nacht Energie sparst.
Heizkörper automatisieren
Deine Wunschtemperatur zur richtigen Zeit – und zwar nur zur richtigen Zeit – realisierst du im Handumdrehen mit smarten Heizkörperthermostaten und einem Zeitplan. Deine Pläne ändern sich? Dann steuerst du deine Thermostate einfach von unterwegs.
Smart lüften
Die Fenster gehen auf und lassen frische Luft herein. Automatisch regeln sich die Heizkörperthermostate im Raum herunter, denn schließlich soll nicht „für draußen“ geheizt werden. Die Erkennung erfolgt durch Tür-/Fensterkontakte, die den Status automatisch an die Thermostate weiterleiten. Das funktioniert selbstverständlich auch andersherum. Wenn du das Fenster wieder schließt, wird automatisch wieder die Zieltemperatur eingestellt.
Energie bei der Beleuchtung sparen
Mit smarter Beleuchtung lässt sich spielend Energie sparen. Einerseits sind Licht und Lampen im Smart Home mit moderner LED-Technik ausgestattet. Andererseits lassen sich damit einzigartige Lichtszenen kreieren, die dein Zuhause stimmungsvoll beleuchten. Und das oftmals nicht bei voller Helligkeit, sondern in fein abgestimmter Dimmung. Weniger Heiligkeit bedeutet weniger Stromverbrauch, sodass kreative Lichtszenen häufig Energie sparen.
Eine weitere clevere Möglichkeit zum Energiesparen ergibt sich, wenn du deine Lichtschalter smart machst. Dadurch kannst du die Stromversorgung bestehender Lampen steuern und automatisieren. So lässt sich das Licht zum Beispiel zeitgesteuert abschalten und spart dadurch Energie.
Verbreitete Energiespar-Mythen entlarvt
Neben zahlreichen Tipps, die wirklich Energie sparen, gibt es auch einige Mythen, die sich hartnäckig halten. Fünf davon entlarven wir jetzt für dich.
Längere Betriebszeit = mehr Stromverbrauch
Nur weil ein Gerät länger läuft, verbraucht es nicht automatisch auch mehr Strom. Im Eco-Programm laufen Waschmaschine und Geschirrspüler am längsten. Dadurch, dass das Wasser allerdings nicht so hoch erhitzt wird, sparst du dennoch Strom. Wenn du es also nicht eilig hast, machst du mit dem Eco-Programm alles richtig.
Heizung aus spart bares Geld
Nicht jedes Mal sollte beim Verlassen des Zuhauses auch die Heizung ganz ausgeschaltet werden. Denn einen ausgekühlten Raum erneut aufzuheizen, kostet in den meisten Fällen mehr Energie als die Temperatur zu halten. Ideal ist es, die Temperatur bei längerer Abwesenheit zu reduzieren. Das gelingt mit einer smarten Heizungssteuerung auch noch nachträglich, wenn du schon im Urlaub bist.
Eine kleinere Waschmaschine ist sparsamer
Falsch. Kleine Maschinen, die sieben Kilogramm oder weniger waschen können, sind nicht sparsamer als Modelle mit größeren Trommeln. Für höchste Energieeffizienz entscheidest du dich für ein Fassungsvermögen von acht oder neun Kilogramm Wäsche. Wichtig: Energie sparst du nur dann, wenn du die Waschmaschine auch erst dann startest, wenn sie voll beladen ist.
Duschen spart mehr als baden
Kommt drauf an. Wer genüsslich duscht und sich dafür zehn Minuten oder länger Zeit nimmt, verbraucht mit einem normalen Duschkopf bereits mehr Wasser als eine durchschnittliche Badewanne fasst. Energie sparst du mit einem Sparduschkopf und möglichst kurzer Duschzeit.
Wasser immer mit dem Wasserkocher erhitzen
Für kleine Wassermengen, etwa für einen Tee, ist der Wasserkocher ideal geeignet, wenn du nur so viel Wasser erhitzt, wie du benötigst. Kochst du hingegen Nudeln für die ganze Familie, ist ein Induktionsherd effizienter – insbesondere, wenn du beim Kochen einen Deckel auf den Topf legst.
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026, um die Inhalte auf den neuesten Stand zu bringen.